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 © 2010 Medienbüro Dirk Ebel

 

Aktuelles und Termine aus dem Verein:

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung" Tagungsdokumentation

In Kooperation der
- Rheinischen Gesellschaft für soziale Psychiatrie   e.V.
- Fachhochschule Köln
und des
- Kölner Vereins für Rehabilitation e.V.
fand am 28.10.2010 eine Fachtagung in den Räumen der Fachhochschule statt.

„Menschen mit Traumaerfahrung – eine Herausforderung in der (gemeinde)psychiatrischen Arbeit“.


Die Vorbereitungsgruppe hatte zur Tagung mit den Worten eingeladen: „Begegnungen mit Menschen, die an traumatischen Erlebnissen leiden, gehören für psychiatrisch Tätige zum Alltag. Dennoch stellen sie uns immer wieder vor besondere Herausforderungen. Die Tagung soll Raum geben, drängende Fragen und Verunsicherungen zu bearbeiten.

 

Im Namen der Fachhochschule Köln begrüßte Ursula Ebert, Dozentin im Fachbereich Soziale Arbeit, die 250 anwesenden Tagungsgäste.

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

Cornelia Benninghoven, Journalistin aus Köln, übernahm die Moderation der Veranstaltung.

 

Das Eingangsreferat von Dr. Robert Bering, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Diplompsychologe, am Zentrum für Psycho-
traumatologie Alexianer Krefeld GmbH, trug den Titel „Vom Trauma zur Psychose". Er gliederte den Vortrag in
- Trauma und Psychose
- GmP-Studie/ KS-Studie
- Diagnostische Kriterien von psychotischen Verlaufstypen

Sein Resumee:
- Patienten mit chronischen Verläufen einer Posttraumatischen Belastungsstörung können psychotische (dissoziative) Symptome entwickeln (selten).

- Aus komplexen Psychotraumafolgestörungen können auch psychotische (dissoziative) Verlaufsformen entstehen, die von Symptomen 1. Ranges nach Schneider abzugrenzen sind.

-Die diagnostische Abgrenzung dieser Verläufe zu Schizophrenien hat große Relevanz für die Therapie.

Schizophrene Patienten weisen häufig auffällige Traumabiographien auf, die bei der Behandlung zu berücksichtigen sind.

Beitrag Robert Bering: bitte hier klicken...

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Barbara Voelkner, Traumhaus e.V., Bielefeld, berichtete
im Gespräch mit Cornelia Benninghoven über ihre
eigenen Erfahrungen mit einer Trauma-Erkrankung und deren deren Behandlung. Die authentische Schilderung ihres
Leidensweges über viele Jahre – bis sie dann endlich
eine hilfreiche und zugewandte Behandlung erfuhr –
stieß auf eine konzentrierte Zuhörerschaft bei der
Tagung.

Statt dem Wortlaut des Gespräches können Sie hier einen Artikel einer Fachzeitschrift anklicken: bitte hier klicken...

 

Stefan Gunkel, Psychologischer Psychotherapeut, klinischer
Psychologe am Klinikum Region Hannover GmbH, sprach zum
Thema „Stationäre Psychiatrie als potentiell traumatisierende
Erfahrung“. Er schilderte zum einen die eventuelle Traumatisierung
durch eine Psychoseerkrankung – zum anderen beschrieb er die
stationäre Krisenintervention in der Psychiatrie als eventuell
traumatisierende Behandlungsform.

Beitrag Stefan Gunkel: bitte hier klicken...

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Maria Böttche, Behandlungszentrum für Folteropfer Berlin e.V.,
berichtete über ihr Thema: „Biographiearbeit mit traumatisierten
Menschen“.
Speziell für ältere Menschen mit Traumaerfahrung aus dem
II Weltkrieg wird eine internetgestützte Behandlungsform
projektweise angeboten. Bilanzierung, Sinnfindung, Chronologisierung der Ereignisse und Zeugnis ablegen sind wesentliche Stichworte dabei.

Beitrag Maria Böttche: bitte hier klicken...

 

Annabel Ruth, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie in der Ambulanten medizinischen Rehabilitation „OSKAR“ Kölner Verein, trug vor zum Thema:“ Die Grenzen achten – von den Begrenzungen lernen. Handlungsorientierte Hinweise für die Arbeit mit traumatisierten Menschen“. Einen wesentlichen Schwerpunkt legte sie auf Aspekte des respektvollen Umgangs mit traumatisierten Patienten:
Alltag sichern;
Beziehung anbieten;
Grenzen respektieren; Wahrnehmung validieren; Verletzung bewerten; Aufmerksamkeit erweitern
und Lösungen anerkennen.

Beitrag Annabel Ruth: bitte hier klicken...

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Anke Nottelmann, Diplompsychologin in Wülfrath, supervidiert unter anderem Teams, die mit traumatisierten Menschen arbeiten. Sie gliederte ihren Beitrag wie folgt:
Klare Strukturen; Traumadynamik im Team und Psycho-hygiene. Ein Schwerpunkt: Menschen mit Traumafolge-störungen haben schwere Grenzverletzungen erlebt. Deshalb sei es bedeutsam:
Klares Setting schaffen
Klare und positive Beziehung gestalten
Bindungsphobie und -ambivalenz beachten!
Sicheren Rahmen geben und Transparenz ermöglichen.

Beitrag Christel Anke Nottelmann: bitte hier klicken...

 

Reka Markus ist Oberärztin in der LVR-Klinik Köln Merheim,
Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und DBT-Therapeutin. Sie stellte das Konzept und die Arbeit der dortigen Traumaambulanz vor, die sie auch leitet.

Beitrag Reka Markus: bitte hier klicken...

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

 

Andrea Lohmann, Hotel Plus, Deutsches Rotes Kreuz in Köln,
Stefan Corda-Zitzen, Geschäftsführer Psychiatrische Hilfs-Gemeinschaft Viersen gGmbH und Vorstandsmitglied der
Rheinischen Gesellschaft für soziale Psychiatrie e.V., hatten die Aufgabe übernommen die Tagung zu begleiten. Ihre Beobachtungen:

Andrea Lohmann:
„Das war eine hochkonzentrierte Veranstaltung, die eher FortBildungscharakter hatte. Teilweise ging es etwas hektisch zu – das Programm war ziemlich eng organisiert. Betroffen hat mich die Kritik von Frau Voelkner gemacht – wenn wir so wenig auf Klienten eingehen machen wir etwas falsch. Wichtig auch das Thema der Gewalt in der Psychiatrie. Wir kommen bei Zwangseinweisungen an unsere beruflichen und emotionalen Grenzen.“

Stefan Corda-Zitzen:
Einige Punkte:
- Mir wurde die Bedeutung genauer Diagnostik nochmal sehr deutlich.
- Gründe für Traumatisierungen sind zu einem hohen Prozentsatz sexuelle Gewalt. Ist das ein Resultat einer sexualisierten Gesellschaft ohne tragfähige Bindungen?
- Die Leitlinienentwicklung für PTBS Behandlung sollte die Erfahrungen von Betroffenen berücksichtigen.
- Die drastischen Bilder der historischen und aktuellen Psychiatrie haben mich sehr bewegt.
 Das alles erinnert mich an neue Forensikbauten, wo hochkranke Menschen in Einzelzellen mit Umschluss und Videoüberwachung untergebracht werden.
Fazit:
Wir müssen wieder aktiver werden. Beispielsweise gab es früher gemeinsame Diskussionsrunden aller Beteiligten (Ärzte, Personal, Betroffene). Politik muss aktiviert und aufmerksam gemacht werden. Man muss vor Ort Politiker und Geschäftsführer nerven. Ich möchte auf die Möglichkeit hinweisen sich in der RGSP zu engagieren.

 

Zum Schluß dankte die Vorbereitungsgruppe allen Helferinnen und Helfern für die geleistete Arbeit, den Tagungsteilnehmern für die hochkonzentrierte Aufmerksamkeit.

Bild Tagung 2010 "Menschen mit Traumaerfahrung"

Die Vorbereitungsgruppe von rechts nach links:
Ursula Ebert, Annabel Ruth, Martha Schreiner, Klaus Jansen-Kayser, Uschi Holl und Klaus Jansen.

 

 

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